IFA 2026: Zwischen echter Innovation, KI-Marketing und neuen Technikspielereien
Von Huskynarr

Huskynarr vor dem Reichstagsgebäude in Berlin zur IFA 2025 – Bild: Huskynarr
Die Tickets sind gebucht und damit steht fest: Auch 2026 geht es für mich wieder nach Berlin zur IFA. Ich freue mich darauf, bekannte Gesichter wiederzutreffen, neue Technik auszuprobieren und vor allem zu sehen, welche Entwicklungen seit dem vergangenen Jahr tatsächlich einen Schritt nach vorne gemacht haben.
Denn genau das ist für mich inzwischen einer der spannendsten Punkte an der IFA. Natürlich gibt es jedes Jahr neue Produkte, neue Begriffe und neue Präsentationen. Spannender finde ich aber die Frage, was davon wirklich neu ist und was einfach nur mit einem aktuellen Buzzword versehen wurde.
Letztes Jahr habe ich die Reise außerdem genutzt, um endlich einmal ein paar der klassischen Berliner Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Das war stellenweise überraschend unspektakulär. Am Brandenburger Tor wäre ich beinahe vorbeigelaufen, was bei einem Bauwerk, das man seit Jahren aus Nachrichten, Filmen und unzähligen Fotos kennt, schon fast wieder beeindruckend ist.
Ganz anders wirkte auf mich das Regierungsviertel rund um den Bundestag. Dort hatte ich teilweise das Gefühl, dass alles derart auf Hochglanz poliert wird, dass morgens mehr Reinigungskräfte unterwegs sind, als manche Städte wie Freiburg insgesamt zur Verfügung haben. Natürlich ist das maßlos übertrieben, aber dieser Kontrast ist mir bis heute hängen geblieben.
Berlin war für mich generell eine ziemlich eigenartige Mischung. An einer Ecke wirkt alles repräsentativ und durchgestylt, ein paar Straßen weiter wieder komplett anders. Laut, bunt, teilweise chaotisch, manchmal etwas dreckig und gleichzeitig unglaublich lebendig. Genau diese Mischung fand ich am Ende viel interessanter als die Sehenswürdigkeiten selbst.
Und irgendwie passt genau das erstaunlich gut zur IFA.
Rückblick auf die IFA 2025
Wenn ich mir meine Tour über die IFA 2025 noch einmal anschaue, wird schnell klar, wie viel dort innerhalb von zwei Tagen zusammenkommt.
Ich war unter anderem bei xTool und Eufy Make, habe mir den digitalen Camper von LG angeschaut, war bei Lexar, DJI, Creality und Tilta unterwegs und bin natürlich auch wieder an Kamera- und Computertechnik hängen geblieben. Dazu kamen AR-Brillen bei TCL, Beamer von YABER, tanzende Roboter bei Hisense, Haushaltsrobotik bei NEURA Robotics und Robot Dogs von Unitree.
Zwischendurch standen dort Elektro-Motorräder, motorisierte Koffer, Mini-Handkühler, Fitnessgeräte und irgendwelche Zukunftskonzepte, bei denen ich teilweise erst einmal ein paar Sekunden überlegen musste, was ich da eigentlich gerade sehe.
Genau deshalb gehe ich gerne auf solche Messen. Ich möchte nicht nur die großen Produkte sehen, die sowieso schon Wochen vorher durch Pressemitteilungen und Newsportale gegangen sind. Viel interessanter finde ich die Sachen, die man vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte und dann irgendwo in einer Halle entdeckt.
Aus solchen Zufallsfunden entstehen bei mir später teilweise eigene Videos oder sogar Blogartikel.
Robotik ist für mich inzwischen eines der spannendsten Themen
Wer meinen Blog und meinen YouTube-Kanal etwas länger verfolgt, dürfte inzwischen mitbekommen haben, dass Robotik bei mir ziemlich stark hängen geblieben ist.
Auf der IFA 2025 waren unter anderem Unitree-Roboter unterwegs, Hisense ließ Roboter tanzen und bei NEURA Robotics konnte ich mir anschauen, in welche Richtung sich Haushalts- und humanoide Robotik entwickeln könnte.
Gerade NEURA Robotics finde ich inzwischen extrem spannend. Mein Video darüber gehört zu den erfolgreichsten Videos auf meinem YouTube-Kanal und das Thema hat mich auch nach der Messe weiter beschäftigt.
Ich hatte NEURA später sogar angeschrieben und gefragt, ob ein Blick hinter die Kulissen beziehungsweise ein Werksbesuch möglich wäre. Daraus wurde leider nichts, was ich aber auch nachvollziehen kann. So ein Besuch bedeutet vermutlich deutlich mehr Planung, Personalaufwand und Sicherheitsfragen, als man als Außenstehender zunächst denkt.
Mehr dazu habe ich in meinem Beitrag zu meinem 15-jährigen YouTube-Jubiläum geschrieben: 15 Jahre YouTube: Warum ich ernsthaft über einen Roboter-Spaziergang nachdenke
Dass ich inzwischen ernsthaft darüber nachdenke, irgendwann mit einem Roboter durch die Stadt zu laufen, zeigt vermutlich ganz gut, wie sehr mich das Thema mittlerweile gepackt hat. Ich bin Technikfan und Huskyfan, besitze aber keinen eigenen Husky. Vielleicht wird es also irgendwann tatsächlich ein vierbeiniger Kollege mit Akkuanzeige.
Gerade deshalb bin ich sehr gespannt, was NEURA Robotics auf der IFA 2026 zeigen wird und wie groß die Fortschritte im Vergleich zum vergangenen Jahr ausfallen.
Nicht jede „smarte“ Lösung überzeugt mich
Natürlich werde ich auch dieses Jahr wieder bei den großen Haushaltsmarken vorbeischauen. Siemens, Bosch und AEG bauen ohne Frage viele gute Produkte, trotzdem bin ich bei manchen Smart-Home- und KI-Versprechen inzwischen deutlich skeptischer geworden.
Letztes Jahr wollte mir eine Siemens-Mitarbeiterin beispielsweise als smarte KI-Lösung verkaufen, dass sich die Dunstabzugshaube automatisch einschaltet, sobald gekocht wird. Technisch kann das sinnvoll gelöst sein. Praktisch ist es sicher auch. Bei mir blieb trotzdem vor allem die Frage hängen, ob wir für genau so eine Funktion inzwischen wirklich mit Begriffen wie „KI“ werben müssen. Eine Abzugshaube erkennt, dass gekocht wird, und geht an. Das ist durchaus praktisch, aber bei „smarter KI-Lösung“ hatte ich dann doch ein bisschen mehr erwartet.
Genau deshalb interessiert mich auf der IFA inzwischen weniger, welches Buzzword besonders groß über dem Stand hängt. Mich interessiert viel mehr, ob ich tatsächlich einen technischen Fortschritt erkennen kann.
Und genau da finde ich Robotik momentan deutlich spannender.
Bei NEURA, Unitree oder auch anderen Robotik-Herstellern sieht man innerhalb relativ kurzer Zeit echte Veränderungen. Bewegungen werden besser, Systeme autonomer, Sensorik präziser und die Einsatzmöglichkeiten realistischer.
Das ist für mich eine ganz andere Form von Fortschritt als eine Funktion, die im Grunde nur etwas automatisiert, was vorher ohnehin schon simpel möglich war.
AR-Brillen haben mich zuletzt komplett überrascht
Ähnlich ging es mir zuletzt mit AR-Brillen.
Rokid und die Meta Glasses haben mich bei einigen Ausstellern wirklich überrascht. Ich wusste vorher schon, dass ich solche Brillen spannend finde und vermutlich irgendwann eine haben möchte.
Nach den Tests war ich allerdings schon ziemlich nah an dem Punkt, direkt eine zu bestellen.
Bei Rokid hatte ich bereits auf der IFA 2025 die Gelegenheit, die Brille nicht nur unter perfekten Messebedingungen auszuprobieren. Statt sterilem Showroom gab es Menschen, Stimmengewirr, Lärm und ein Bierhaus.
Eigentlich also ziemlich gute Bedingungen, um herauszufinden, ob so eine Brille auch außerhalb einer perfekt vorbereiteten Demo funktioniert.
Aus dem Test ist später ein eigener Artikel entstanden:IFA 2025: Rokid Glasses im Härtetest – AR zwischen Bier, Lärm und Zukunft
Solche Situationen finde ich deutlich interessanter als klassische Produktvorführungen. Technische Daten kann ich jederzeit nachlesen. Vor Ort interessiert mich viel mehr, wie sich ein Produkt tatsächlich anfühlt, wie zuverlässig es funktioniert und wo die Grenzen liegen.
Bei AR-Brillen habe ich inzwischen allerdings ein ganz anderes Problem: Die Entwicklung ist momentan so schnell, dass man fast das Gefühl bekommt, das Produkt könnte bereits veraltet sein, während man noch auf den Versand wartet.
Natürlich ist das übertrieben, aber genau dieses Gefühl beschreibt ziemlich gut, warum ich mich gleichzeitig so sehr für diese Technik interessiere und trotzdem noch zögere.
Man weiß, dass man die Brille haben möchte, wartet aber gleichzeitig auf die nächste Generation, weil die vermutlich wieder deutlich besser sein könnte.
Ein klassisches Technik-Nerd-Problem.
Roborock, Dreame und Technik, die heute schon funktioniert
Nicht alles muss allerdings futuristisch sein. Ein persönliches Highlight auf der IFA 2025 war für mich ganz klar Roborock.
Saug- und Wischroboter wirken vielleicht nicht ganz so spektakulär, wenn ein paar Meter weiter humanoide Roboter herumlaufen. Gleichzeitig finde ich gerade solche Produkte interessant, weil sie schon heute tatsächlich bei Menschen zu Hause arbeiten.
Zukunftstechnologie ist spannend, aber Technik, die reale Alltagsprobleme löst, finde ich mindestens genauso interessant.Neben Roborock waren auch Wybot und Mamibot mit smarten Reinigungslösungen vertreten. Midea zeigte unter anderem Roboter, Klimageräte und Wasserhähne mit Filter- und Sprudelfunktion, während Dreame erneut eine inzwischen beeindruckend große Produktpalette präsentierte.
Gerade im Bereich Smart Home und Haushaltsrobotik rechne ich deshalb auch 2026 wieder mit einigen interessanten Entwicklungen.
Von Schachrobotern bis Surround-Sound im Nacken
Natürlich gab es auch wieder genügend Technik, die irgendwo zwischen sinnvoll, kurios und einfach interessant lag.
Beim SenseRobot konnte ich mir beispielsweise einen Schachroboter anschauen, während ich bei OXS einem alten Bekannten von der gamescom begegnet bin: einem 7.1.2-Surround-Sound-System im Nackenkissen.
Das gehört zu diesen Produkten, bei denen man zunächst denkt, dass man so etwas vermutlich nicht braucht, und es dann trotzdem unbedingt ausprobieren möchte.Auch bei Fritz! beziehungsweise AVM war ich unterwegs und konnte einige Fragen zum Thema Repeater loswerden, die vermutlich nicht ganz zu den angenehmsten Fragen des Tages gehört haben.
Aber genau das gehört für mich ebenfalls zu einer Messe.
Ich möchte Produkte nicht einfach nur filmen, einmal „cool“ sagen und anschließend weiterlaufen. Wenn mich etwas interessiert, frage ich nach. Wenn mir etwas komisch vorkommt, frage ich ebenfalls nach.
Und wenn ich einen Hersteller schon von einer anderen Messe kenne, interessiert mich natürlich umso mehr, was sich seitdem verändert hat.
Aus Zufallsfunden werden manchmal komplette Blogartikel
Grovero ist dafür ein ziemlich gutes Beispiel.
Indoor Farming war ursprünglich nicht gerade das Thema, wegen dem ich unbedingt auf die IFA fahren wollte. Dann stand ich davor, habe mir die Technik angeschaut und fand das Konzept plötzlich ziemlich spannend.
Bereits 2024 habe ich deshalb einen eigenen Artikel über Grovero geschrieben: IFA 2024: Grovero – Die Zukunft des Indoor-Farmings im Mini-Format
2025 bin ich natürlich wieder dort vorbeigegangen. Genau solche Entwicklungen möchte ich auch dieses Jahr wieder entdecken.
Manchmal entsteht daraus nur ein kurzer Clip, manchmal ein Video, manchmal Social-Media-Content und manchmal ein ganzer Blogartikel. Oft weiß ich beim ersten Kontakt selbst noch nicht, wie groß ein Thema später wird.
Das ist für mich einer der großen Vorteile einer Messe. Ich kann auf etwas stoßen, das vorher überhaupt nicht auf meiner Liste stand, und mich wenige Tage später intensiv damit beschäftigen.
Die Menschen machen die IFA noch einmal interessanter
So sehr ich Technik mag, ist die IFA für mich inzwischen längst nicht mehr nur eine Produktschau.
Ein großer Teil der Messe sind auch die Menschen, die ich dort treffe. 2025 durfte ich unter anderem wieder mit Bieso, den viele vermutlich als @bieso_mathe_physik kennen, und @ehrenspybas Zeit verbringen.
Mit solchen Leuten macht eine ohnehin schon interessante Messe einfach noch einmal deutlich mehr Spaß.
Gerade wenn man den ganzen Tag von Halle zu Halle läuft, ständig neue Eindrücke sammelt und irgendwann gar nicht mehr weiß, wie viele Geräte man sich bereits angeschaut hat, sind solche Begegnungen für mich besonders wertvoll.
Deshalb freue ich mich dieses Jahr auch schon wieder darauf, Bieso zu treffen, gemeinsam Technik anzuschauen und vermutlich irgendwo wieder deutlich länger hängen zu bleiben, als eigentlich geplant war.
Die Kombination aus Physik-Education-Influencer und Technik-Narr liefert erfahrungsgemäß sowieso genug Gesprächsstoff.
Husky auf Schnüffeltour geht weiter
Aus meiner IFA-Tour 2025 sind insgesamt sechs Teile von „Husky auf Schnüffeltour“ entstanden.
Dabei lief natürlich nicht alles exakt nach Plan. Streams sind abgebrochen, aus einem geplanten Mittagsstream wurde irgendwann ein Nachmittagsstream und selbst zwei Messetage haben am Ende nicht ausgereicht, um wirklich alles zu sehen.
Aber genau das gehört für mich dazu. Ich möchte eine Messe nicht so darstellen, als würde ich völlig entspannt mit einem perfekt sortierten Terminplan von Stand zu Stand laufen und jede Begegnung exakt zehn Minuten dauern.
So funktioniert das bei mir schlicht nicht. Ich entdecke etwas, bleibe stehen, stelle Fragen, treffe jemanden oder finde ein Produkt interessant und plötzlich ist deutlich mehr Zeit vergangen, als ursprünglich eingeplant war.
Genau daraus entsteht aber der Content, den ich selbst interessant finde.
Nicht nur aus vorbereiteten Produktvorstellungen, sondern auch aus spontanen Begegnungen, kritischen Fragen, kleinen Entdeckungen und Themen, die mich manchmal erst nach der Messe richtig beschäftigen.
Daraus entstehen Videos, Shorts, Livestreams, Instagram-Beiträge und später teilweise ausführliche Blogartikel.
Und manchmal endet die Geschichte auch einfach damit, dass Iceplosion schon Feierabend gemacht hat und ich keinen Slush mehr bekommen habe.
Was ich mir für die IFA 2026 vorgenommen habe
Für 2026 möchte ich genau dort weitermachen. Mich interessiert besonders, wie sich NEURA Robotics weiterentwickelt hat und welche Fortschritte generell im Bereich Robotik zu sehen sind.
Ich möchte außerdem schauen, welche AR-Brillen inzwischen tatsächlich alltagstauglicher geworden sind, was sich bei Haushaltsrobotik und Smart Home verändert hat und welche Hersteller vielleicht plötzlich mit Produkten auftauchen, die vorher kaum jemand auf dem Schirm hatte.
Natürlich werde ich auch wieder bei großen Marken vorbeischauen. Genauso wichtig sind für mich aber die kleineren Stände und B2B-Bereiche, denn gerade dort findet man oft die Sachen, die später besonders interessant werden.
Vielleicht entdecke ich wieder einen Hersteller, aus dem ein eigener Blogartikel entsteht. Vielleicht finde ich meinen nächsten völlig unnötigen Technik-Fetisch. Und vielleicht bekomme ich dieses Jahr sogar rechtzeitig einen Slush.
Berlin bekommt natürlich auch noch eine zweite Runde
Auch Berlin selbst werde ich mir natürlich wieder anschauen. Vielleicht gebe ich dem Brandenburger Tor noch eine zweite Chance und vielleicht finde ich dieses Mal Sehenswürdigkeiten, an denen ich nicht beinahe vorbeilaufe.
Vermutlich werde ich mich aber erneut darüber wundern, wie eine Stadt gleichzeitig so repräsentativ, chaotisch, bunt, laut und faszinierend sein kann. Genau das macht Berlin für mich inzwischen aber auch interessant. Die Stadt ist eigenartig gemischt, die IFA ist es ebenfalls und vermutlich ist genau das der Grund, warum ich dort immer wieder genug Stoff für Videos, Blogartikel und neue Technikthemen finde.
Die Tickets sind jedenfalls gebucht und damit steht fest, dass „Husky auf Schnüffeltour“ 2026 in die nächste Runde geht.
Ich freue mich auf Berlin, auf bekannte Gesichter, auf neue Technik und vor allem darauf herauszufinden, welche Produkte dieses Jahr wirklich überzeugen und welche am Ende doch nur ein großes „KI“-Schild über einer ziemlich normalen Funktion tragen.
Weitere Beiträge
Alle BeiträgeKeine weiteren Beiträge gefunden.
Alle Beiträge ansehen
