IFA 2025: Rokid Glasses im Härtetest – AR zwischen Bier, Lärm und Zukunft

17. September 2025

Die IFA 2025 brachte wie jedes Jahr jede Menge neue Technik nach Berlin.

IFA 2025: Rokid Glasses im Härtetest – AR zwischen Bier, Lärm und Zukunft

Die IFA 2025 brachte wie jedes Jahr jede Menge neue Technik nach Berlin. Für mich gab es dabei ein Highlight, das nicht in einer sterilen Messekabine stattfand, sondern an einem Ort, der gegensätzlicher kaum sein konnte: einem vollbesetzten Brauhaus.

Im Rahmen eines Treffens von Rokid durfte ich dort erstmals die Rokid Glasses ausprobieren. Kein ruhiger Showroom, keine kontrollierte Demo – sondern Stimmengewirr, klirrende Gläser, Gespräche an allen Tischen. Genau deshalb war die Location im Nachhinein fast schon ideal.

Passenderweise hatte ein anderer Redakteur (Name leider vergessen – sorry nochmal, mein Namensgedächtnis ist wirklich ausbaufähig) zusätzlich die Ray-Ban Meta Smart Glasses dabei. Besser konnte man zwei unterschiedliche AR-Ansätze kaum vergleichen.

Erstkontakt mit AR – und das direkt im Realitätscheck

Für mich waren beide Brillen das erste Mal wirklich greifbar. Die Rokid Glasses, die wir vor Ort nutzten, befanden sich noch in einer frühen Softwarephase. Man merkte deutlich, dass sich viele Funktionen noch aktiv in Entwicklung befanden – und trotzdem wirkte das Gesamtsystem bereits überraschend rund.

Selfie mit der Rokid Glasses - AR Brille
Selfie mit der Rokid Glasses - AR Brille

Gerade im Brauhaus zeigte sich schnell, wie ernst es Rokid mit Alltagstauglichkeit meinte. Trotz der extrem lauten Umgebung erkannte die Brille Sprachbefehle zuverlässig. Die Mikrofone und die KI-gestützte Rauschunterdrückung machten hier einen richtig guten Job. Wenn AR im Alltag funktionieren sollte, dann genau unter solchen Bedingungen – und nicht nur im stillen Testraum.

Display-Positionierung und erster Eindruck

Das grüne Display der Rokid Glasses saß sichtbar weit unten im Sichtfeld. Anfangs ungewohnt, nach kurzer Zeit aber logisch. Informationen waren präsent, ohne permanent das Sichtfeld zu dominieren. Gerade in einer Umgebung mit vielen Reizen – wie eben einem Bierhaus – erwies sich diese Platzierung als sinnvoll.

Ich hatte nie das Gefühl, dass mir das Display „ins Gesicht sprang“. Stattdessen war es eher ein stiller Begleiter, der Informationen lieferte, wenn man sie brauchte.

Rokid AR Spatial: AR für den Mainstream

Neben der Brille selbst war auch das AR Spatial-System ein zentrales Thema. Rokid hatte dieses bereits vor der IFA kommuniziert – mit dem klaren Ziel, Augmented Reality massentauglich zu machen.

Technisch basierte AR Spatial auf einem Sony-Display, das eine virtuelle Projektionsfläche mit gestochen scharfer Darstellung erzeugte. Besonders spannend fand ich das Multitasking mit bis zu drei parallelen Apps. Das war kein Marketing-Gag, sondern fühlte sich tatsächlich wie ein Produktivitäts-Feature an.

Hinzu kam die adaptive Myopie-Korrektur, die automatisch arbeitete, sowie die native Unterstützung für iPhone-15-Spatial-Videos. Android ging hier leider leer aus, was ziemlich klar zeigte, dass Rokid aktuell stark auf Apples AR-Ökosystem setzte.

Rokid Glasses: Die technischen Specs

Die Rokid Glasses - AR Brille in der Nahaufnahme.
Die Rokid Glasses - AR Brille in der Nahaufnahme.

Technisch hatten die Rokid Glasses einiges zu bieten:

  • Dual-monochrome grüne Micro-LED-Displays
    • 480 × 398 Pixel pro Auge
    • bis zu 1.500 Nits Helligkeit
    • 23° Field of View
  • Kamera
    • 12 MP Sony IMX681
    • 3.024 × 4.032 Pixel Auflösung
    • 109° diagonales Sichtfeld
    • HDR & digitale Bildstabilisierung
    • Auslösung per Sprachbefehl oder Taste
    • Sichtbares Aufnahmelicht
  • Audio & Eingabe
    • HD-Directional-Speaker
    • 4-Mikrofon-Array
    • KI-Rauschunterdrückung
  • Hardware
    • Qualcomm Snapdragon AR1
    • Magnesium-Aluminium-Chassis
    • nur 49 Gramm Gewicht
    • magnetische Korrekturlinsen für Myopie & Astigmatismus
  • 480 × 398 Pixel pro Auge
  • bis zu 1.500 Nits Helligkeit
  • 23° Field of View
  • 12 MP Sony IMX681
  • 3.024 × 4.032 Pixel Auflösung
  • 109° diagonales Sichtfeld
  • HDR & digitale Bildstabilisierung
  • Auslösung per Sprachbefehl oder Taste
  • Sichtbares Aufnahmelicht
  • HD-Directional-Speaker
  • 4-Mikrofon-Array
  • KI-Rauschunterdrückung
  • Qualcomm Snapdragon AR1
  • Magnesium-Aluminium-Chassis
  • nur 49 Gramm Gewicht
  • magnetische Korrekturlinsen für Myopie & Astigmatismus

KI, Übersetzung und ChatGPT direkt auf der Nase

Gerade als AR- und KI-Fanboy waren die Software-Features für mich besonders interessant:

  • Echtzeitübersetzungen in 89 Sprachen
    • davon 5 auch offline
  • Live-Transkription
  • Objekterkennung
  • ChatGPT-Integration
  • KI-Teleprompter
  • davon 5 auch offline

Die Brille verband sich per Bluetooth mit dem Smartphone. Viele Funktionen wie Navigation oder Online-Übersetzung benötigten eine Internetverbindung. Offline funktionierten unter anderem Kamera, Musik, einfache Sprachbefehle und der Teleprompter.

Akkulaufzeit: Theorie vs. Praxis im Bierhaus

Rokid gab folgende Laufzeiten an:

  • 5–6 Stunden Musikwiedergabe
  • ca. 4 Stunden Gesprächszeit
  • ca. 2 Stunden aktiver Displaybetrieb
  • ca. 45 Minuten durchgehende Videoaufnahme

Im realen Einsatz kamen diese Werte erstaunlich gut hin. Wir nutzten die Brille über mehrere Stunden hinweg, und erst gegen Ende des Abends wurde der Akku spürbar knapp. Für einen frühen Softwarestand war das mehr als solide.

Ein optionales Ladecase mit 3.000 mAh sollte die Brille mehr als zehnmal aufladen können – ein Feature, das gerade für Creator und Vielnutzer enorm relevant war.

Rokid auf der IFA 2025

Die IFA in Berlin bestätigte einmal mehr ihren Ruf als Bühne für neue Techniktrends. Rokid brachte gleich zwei zentrale Produkte nach Deutschland:

  1. AR Spatial – virtuelles Kino, Multitasking, Myopie-Korrektur
  2. Rokid Glasses – AR-Brille mit Kamera, KI und Sprachsteuerung

Bis zum 9. September 2025 konnten Besucher die Geräte in Halle 6.2, Stand 169 selbst ausprobieren.

Kickstarter & persönliches Fazit

  • 499 US-Dollar für Early Birds
  • 599 US-Dollar UVP später im Handel

Mein Fazit

Rokid zeigte auf der IFA 2025, dass AR langsam erwachsen wurde. Kein Spielzeug, kein reines Zukunftsversprechen – sondern Technik, die sich im echten Leben behaupten musste. Und ja, ein lautes Brauhaus war dafür der perfekte Härtetest.

Die Software war noch nicht final, manches fühlte sich experimentell an – aber genau das machte die Rokid Glasses spannend. Für mich war klar: AR ist nicht mehr „irgendwann“, sondern ziemlich nah.

Und ganz ehrlich: AR testen bei Bier und Lärm? Gerne wieder.

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