Nein, ich helfe nicht „mal kurz“ – 90 Euro die Stunde und die Sache mit IT-Nerd
Von Huskynarr

Illustration: KI-generiert mit Google Gemini für Huskynarr.de (weil selbst die KI nicht mehr „mal kurz“ umsonst arbeitet 😉)
„Du kennst dich doch aus, kannst du mal kurz draufschauen?“ Dieser Satz ist der Auftakt zu den meisten meiner verlorenen Abende. Aus „kurz“ wird erst eine Stunde, dann ein Wochenende, und am Ende habe ich einen fremden Rechner neu aufgesetzt und bekomme ein „Danke, du bist der Beste“. Das freut mich wirklich. Bezahlt hat mein Strom dafür trotzdem nichts.
Warum ich bei 0815-Problemen nicht mehr einspringe
Ich helfe gern, und das bleibt auch so. Aber ich will nicht mehr der Notdienst für Probleme sein, die sich mit zehn Minuten Suchen oder einem Handbuch lösen lassen. Das Drucker-WLAN, der vergessene Windows-Login und die Frage, welcher Laptop „irgendwie gut“ ist, gehören für mich dazu. Gute und preiswerte Kompetenz für so etwas gibt es inzwischen fast überall. Jeder Systemhaus-Techniker und jeder Nachbarsjunge mit etwas Erfahrung schafft das. Dafür braucht es mich nicht.
Der Öffentliche Dienst ist für mich die große Ausnahme. Ich habe dort mehr als einmal erlebt, dass Kompetenz leider nicht die Regel ist, und meine ehrliche Meinung dazu passt nicht in einen freundlichen Absatz. Das ist mein persönlicher Eindruck, keine Statistik. Aber er sitzt tief.
90 Euro die Stunde
Ich verlange inzwischen 90 Euro pro Stunde. Das ist keine Schikane, sondern Selbstschutz. Wer mich bucht, bekommt meine volle Aufmerksamkeit, eine saubere Lösung und eine Dokumentation, mit der er später auch ohne mich weiterkommt. Wer mich „mal kurz“ fragt, bekommt eine Antwort, wenn die Frage wirklich kurz ist. Sobald daraus Arbeit wird, sage ich das ehrlich dazu.
Vermutlich klingt das härter, als es gemeint ist. Das Problem ist die Bekanntschaft. Weil man sich kennt, gilt meine Zeit plötzlich als Gefälligkeit. Dabei ist „Man kennt sich“ ein Grund für Kaffee oder ein Bier, aber kein Rabattgutschein für zwei Stunden Fehlersuche.
Open Source ist großartig. Trotzdem bezahle ich für Software.
Bei meiner Arbeitszeit fällt mir diese Grenze inzwischen leichter. Bei Software sehe ich es eigentlich ähnlich: Nur weil ich mich mit IT beschäftige, muss für mich nicht alles kostenlos sein. Es gibt wahnsinnig viel gute Open-Source-Software. Trotzdem läuft auf meinem Hauptsystem Windows 11, und meine Buchhaltung mache ich mit sevdesk. Beides ist für meinen Alltag weiterhin nicht wegzudenken. Ich suche mir die Werkzeuge danach aus, ob sie für mich funktionieren, nicht danach, welches Lager ich damit glücklich mache.
Wobei die meistgenutzte Anwendung auf meinem Windows-Rechner vermutlich WSL ist. Windows nutzen, um dann doch wieder in Linux zu hängen. Muss man auch erst mal schaffen. XD
Je nach Software gehört eine passende kostenpflichtige Lizenz eben dazu. An der Stelle kommt IT-Nerd24 ins Spiel: ein Shop für Softwarelizenzen.
Eine Lizenz kaufen und jemanden für seine Arbeit bezahlen sind natürlich zwei unterschiedliche Dinge. Die Verbindung ist für mich eher die Haltung dahinter: Ich bezahle für Software, die ich brauche, und möchte genauso, dass meine Arbeitszeit etwas wert ist. Eine gekaufte Lizenz löst allerdings noch kein Druckerproblem. Und meine kostenlose Hilfe ist auch nicht automatisch mit dabei.
Was ich mir wünsche
Ich will weiter Dinge bauen, die mich fordern: Server, Netzwerke, Automatisierung und der eine kaputte Edge-Case, bei dem ich nachts um drei aufstehe, weil mich das Rätsel nicht loslässt. Die Standardprobleme dürfen gern andere übernehmen. Ich kümmere mich dann um den Rest. Und wenn doch mal jemand „kurz“ fragt, kennt er jetzt den Preis.