CeBIT 2019 – Mein Abschied und das Ende der CeBIT

CeBIT 2019 – Mein Abschied und das Ende der CeBIT

 

Meine letzte CeBIT war eine doch herbe Enttäuschung. Die Redaktion von Heise & Golem waren auch derselben Meinung. Hartwig von Saß betitelte die Messe noch als vollen Erfolg und zeigte sich immer sehr gut gelaunt, wie auch überzeugt von den Konzepten. Gut, als Pressesprecher gegenüber der Presse muss er sich so äußern. Dennoch teilte mir man mehrfach mit das es wesentlich mehr Besucher gewesen seien wie die Jahre zuvor. Auf der Messe selbst hat sich mir aber ein anderes Bild ergeben. Das neue Konzept ging nicht auf.

Meiner Meinung nach gibt es dazu zwei Entscheidende Faktoren:

  • Stagnierte Aussteller Preise
  • Verbote über Verbote
  • Kommunikation
  • Verbotene Produkte

Das eine was viele abschreckte, was nun auch dieses Jahr der Grund für die wenigen Buchungen war sind die Preise die jenseits von gut und böse liegen. Wie soll sich ein Mittelständer einen Messe Platz leisten wenn selbst die Distributions Unternehmen wie API sich das nur leisten können/wollen wenn man Sub Stände hat die das mitfinanzieren. Es gibt immer mehr Hausmessen die günstiger, komfortabler und oftmals sogar rentabler sind. Die Fachbereichs Sortierung ist immer ein Aspekt der wichtig ist, denn die häufigste Beschwere der letzten CeBIT bei den B2B Leute war die, das Otto Normal Kunde kommt und sich über ein Produkt beschwert. Wie soll der B2B Händler hier agieren? Der Planet Reseller Bereich war schon etwas nettes, aber die Fachbereiche sollte man auch für andere Bereiche haben. SAP & Telekom haben schlieslich auch ganz klar ihr Hallen und ihre Zielgruppe definiert. Es bringt nichts den Hersteller für Endprodukte neben die Geldzähl Maschinen Hersteller zu setzen. Natürlich ist es interessant andere Dinge zu sehen, aber es bringt in diesem Fall keinen Mehrwert.

Ich war die letzten 3 Jahre dort und war von der ersten immer noch am besten überzeugt. Anfangs dachte ich es läge daran das es die erste war. Natürlich war dies ein Indikator, allerdings wurden die letzten beiden auch von Faktoren außerhalb der Messe gestört. Wenn man aber hört wie die Messe vor der Jahrtausend Wende war, ist man verstört.

Die CEBIT muss das reinste Paradies gewesen sein, denn damals beinhaltete sie alles was das Herz begehrt und was heute auf Eigenständige Messen ausgelagert wurde. Die Messen heißen heute IFA, Gamescom, MWC und sind beliebter denn je.

Ein weiteres Problem was man immer wieder von Messen allgemein und auch von der CeBIT hört, ist die Kommunikation. Bei dem Fall von IBM kann es schlicht weg einfach sein, das sich die Neuigkeit zu schnell herumgesprochen hat. IBM Selbst die einen Stand gebucht hatten, haben erst von der Absage erfahren, als es bereits in der Presse stand. Digitale Welt eben. Ich kann nur empfehlen mal die Heise Show anzuhören, denn die spiegeln meine Meinung recht gut wieder.

Wie auch schon fefe sagte war ein Problem immer wieder der Zoll. Produkte & Prototypen hatten immer wieder Probleme bei der Einfuhr. Selbst die großen, nicht zuletzt Boston Dynamics,  hatten hier Probleme. Der Asiatische Händler möchte ja auch erst einmal überprüfen ob das Produkt sich hier verkaufen würde und unternimmt daher so Sachen wie CE Logo & andere Zertifizierungen nicht. Das kostet ihn nur unnötig Geld, dann will er es importieren und das Produkt wird zurückgehalten. Oder wird auseinander genommen.

Die größte Neuigkeit nach der Bekanntgabe des Ende ist, das sie sich nun an Fachmessen wagen möchten. Sie sollen ja die Finger von der Idee der Branchen und Fach Messen lassen. Die gibt es schon wie Sand am Meer, da will ich keine 5 neuen, es gibt genug.  Die CeBIT soll wieder eine Messe für alles im digitalen Bereich werden. Nicht nur der D!conemy, anders gesagt eine Fachmesse für Digitale Datenverarbeitung und Industrie 4.0.

Einfach 1-2 Hallen für jede Fachmesse die es bereits gibt und schon füllt man den Inhalt. Vielleicht stelle ich mir das auch zu einfach vor oder ich habe nicht die Fixierung auf die Wirtschaftlichkeit wie andere.

Aber emotional war sie wohl sehr für die meisten Mitbesucher. Auch interessant sind hier die Kommentare auf anderen Platformen. Unter anderem find ich auf Twitter einige Beiträge gut die sich

So haben alle ihr Trauern bekannt gegeben. Egal ob FAZ, Golem, Heise oder wie sie alle heißen, es gibt keinen Spot, sondern nur Trauer. Selbst die sonst gerne hatenden User sind auf allen Platformen äußerst betroffen davon.

 

Sascha Lobo hat hierzu auch einen wirklich guten Beitrag geschrieben den ich nur in jeglicher Hinsicht unterstützen kann. Er schreibt unter anderem auch das bei einer modernen digitalen Messe „Cash Only“ und „Internet Pro Stunde“ fehl am Platz sind. Das war für uns immer ein riesen Ärgernis, denn die heutigen Medien sind überwiegend Online und wollen LIVE benachrichtigt werden. Welchem Blogger, Besucher oder Journalisten bringt es was, wenn man es nicht jetzt hochladen kann und ggfs. präsentieren kann. Selbst bei vielen Ständen die drausen waren gab es nur die Bargeld Möglichkeit. Hier hätte man auch die kleinen Unterstützen können mit EC Geräten oder wenn man ganz verrückt ist. Mit Cryptowährungen.

Umso trauriger ist es das sogar Buchmessen die CeBIT überlebt haben. Von diesen ging man aus, das sie in Naher Zukunft aussterben werden, da dies ein veraltetes Medium sei. Fakt ist, Nokia, Buchmessen und viele andere Tot geweihte haben die Messe überlebt.

Im Jahr 91, lange vor meinem ersten CeBIT Besuch gab es sogar Leute die ähnlich wie ich auf der Gamescom es vorhatte, die mit einem Camper auf dem Presseparkplatz campiert haben. Solche Erinnerungen sind unbezahlbar und zeichnen einen Menschen.

Auf der letzen CeBIT war ich sogar über die Pressekonferenzen enttäuscht, da diese einfach zur Hälfte weggefallen sind. Wie der CT Redakteur schon sagte, Unternehmerisch war die CeBIT sogar für das Q1 sehr spät dran. Daher hat AVM, eines meiner persönlichen Highlights, dieses Jahr keine Konferenz abgehalten.

Ein Autor der Heute Show hat die CEBIT mit dem Echo und der Lindenstraße verglichen. Alles wurde dieses Jahr abgeschafft und war bereits ein Stück Kultur für die Deutschen. Der ehemalige Messe Chef Sven Prüsser hat sich ebenfalls dazu geäußert.

Es lohnt sich aber die Tags #CeBIT19, CeBIT sowie den neuen #CeBITMemories anzuschauen.

Meine Hoffnung besteht daraus das es 2019 einfach nur eine Pause von der CeBIT gibt.  Die Wünsche an eine CeBIT 2020 bei mir wären, das man einfach eine Messe macht, für die sich das Geld & die Anfahrt lohnen. Daher darf B2B gerne seperat und einem eigenen Bereich sein, ob offen oder geschlossen sei dahingestellt. Ich persönlich fand geschlossen besser, wie auch wohl einige Mitarbeiter von Seagate & Co.. Dazu Messestand Preise die bezahlbar sind für Klein, Mittelstand und Großunternehmer. Security Mitarbeiter die nicht der Presse sagen, Verpiss dich, geh an den Südeingang. Und das aufheben so gut wie aller Verbote seit 2000. Keine Standpartys, kein Gaming, Kein Mobile etc., das war echt zum kotzen. Der letzte Versuch eigene Partys zu machen war eher traurig.

Der offene Pressebereich mit Getränken & Co. war cool, aber dazu habe ich ja schon etwas geschrieben. Auch der Executive Bereich war wirklich angenehm, allerdings war der Rest umso enttäuschender.

Hoffen wir das beste.