Warum ich meine Browsergames geschlossen habe
4. März 2024

DALL-E 2024 – A digital landscape featuring an array of classic browser game icons, like small pixelated characters and simple graphical user interfaces, fading into the background. The foreground shows a symbolic ‘closed’ sign hanging over a representation of a computer screen, which once displayed vibrant online worlds. This scene should embody the transition from the golden age of browser games to their decline, evoking a sense of nostalgia and closure. The atmosphere should be serene yet somber, highlighting the end of an era in online gaming. The image should be in a 16:9 format, suitable for use as a blog post header or a widescreen display.
In den letzten Jahren war ich tief in der Entwicklung und Pflege von Browsergames verankert, ein Bereich, der sowohl Leidenschaft als auch Beruf für mich war. Doch kürzlich habe ich die schwere Entscheidung getroffen, meine Projekte einzustellen. In diesem Beitrag möchte ich die Gründe hinter dieser Entscheidung teilen und einen Einblick in die Herausforderungen geben, denen sich Entwickler in diesem Sektor gegenübersehen.
Datenschutz: Ein unausweichliches Hindernis
Die erste und vielleicht offensichtlichste Hürde ist der Datenschutz. Mit der Einführung strengerer Gesetze wie der DSGVO in Europa und dem kalifornischen Datenschutzgesetz in den USA sind die Anforderungen an die Speicherung und Verarbeitung von Benutzerdaten exponentiell gestiegen. Ein Kernaspekt vieler meiner Spiele, das sogenannte "Link Spreading", steht in direktem Konflikt mit diesen Richtlinien. Ähnliche Herausforderungen führten dazu, dass selbst etablierte Spiele wie "Pennergame" ihre Strategien anpassen mussten. Dies machte eine Neuentwicklung meiner Spiele unter Beibehaltung ihrer ursprünglichen Mechaniken nahezu unmöglich.
Ein veralteter Markt: Die Evolution der Browsergames
Die Analyse der aktuellen Marktlage für Browsergames hat eine bittere Wahrheit offenbart: Das Interesse schwindet. Nach einer detaillierten Untersuchung beliebter Spiele wie Ogame und Die Stämme musste ich feststellen, dass die Zahl der aktiven Spieler dramatisch gesunken ist. Diese Spiele, unterstützt durch eine treue, aber kleine Nutzerbasis, hängen am seidenen Faden. Der Markt hat sich weiterentwickelt, und die klassischen, text- und bildbasierten Browsergames können mit den neuen Erwartungen nicht mithalten. Eine notwendige Anpassung des Gameplays und der Zielgruppe würde bedeuten, sich von diesen traditionellen Formaten zu entfernen und in Richtung eines moderneren, gamifizierten Ansatzes zu bewegen - eine Herausforderung, die sich als zu groß erwies.
Entwicklung: Kosten und Herausforderungen
Die Entwicklungskosten sind eine weitere signifikante Hürde. Obwohl mir ein Bekannter eine "preiswerte" Neuentwicklung als Gefälligkeit angeboten hatte, deutete alles darauf hin, dass die Kosten dennoch in den fünfstelligen Bereich steigen würden. Eine Alternative, das Outsourcing nach Indien, versprach günstigere Entwicklerkosten, brachte aber seine eigenen Schwierigkeiten mit sich, insbesondere in Bezug auf die Arbeitsmentalität und das Fehlen selbstständiger, agiler Arbeitsweisen.
Technologie: Ein überholter Tech-Stack
Mein aktueller Technologiestack, eine Mischung aus verschiedenen PHP-Versionen, CSS und MySQL, ist veraltet und nicht geeignet für moderne Anforderungen. Ein Wechsel zu moderneren Technologien wie React oder Vue.js, angebunden an ein NodeJS- oder Laravel-Backend, wäre unerlässlich. Doch auch dies ist mit erheblichen Kosten und Zeitaufwand verbunden.
Fazit
Diese Entscheidung war nicht leichtfertig. Sie spiegelt die Realität wider, mit der sich Entwickler von Browsergames heute konfrontiert sehen. Die Branche hat sich weiterentwickelt, und um relevant zu bleiben, müssen auch wir uns weiterentwickeln. Für mich bedeutet das, mich von meinen bisherigen Projekten zu verabschieden und nach neuen Wegen zu suchen, meine Kreativität und mein technisches Know-how einzusetzen. Ich blicke gespannt in die Zukunft und bin bereit für das nächste Kapitel.
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